Diese Website verwendet Cookies.
Zum Hauptinhalt springen
Brigitte Freihold, DIE LINKE im Bezirkstag Pfalz

Brigitte Freihold

Privatwald erfassen, strukturieren und nachhaltig nutzen

Es ist aus Sicht einer nachhaltigen Regionalentwicklung unverantwortlich, die zukünftige Entwicklung des Privatwaldes weiterhin der Beliebigkeit und Zufälligkeit zu überlassen

DIE LINKE Im Bezirkstag: Flankierende Maßnahmen des Bezirksverbandes

Die Unterstützungsleistungen von Waldbauvereinen bei der Nutzung von Privatwald sind begrüßenswert und verdienen Respekt für ihre weitgehend ehrenamtlichen Tätigkeiten. Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Pfalz trägt das ihr Mögliche dazu bei. Dies reicht allerdings nicht aus, um das unübersichtliche Dickicht und Geflecht von Tausenden Privatwaldflächen einer sinnvollen, nachhaltigen und multifunktionalen Nutzung zuzuführen.

Dazu erklärt DIE LINKE im Bezirkstag, Brigitte Freihold: „Unklare Besitzverhältnisse, eine enorme und unübersichtliche Anzahl von Klein- und Kleinstflächen und die Überforderung der Privatwaldbesitzer verhindern eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Nutzung dieser Waldflächen. Zumindest für die Waldgebiete im Bezirksverband könnte der Bezirksverband Pfalz hier flankierend tätig werden. Am Anfang aller Bemühungen für die Erfüllung der Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion bei einer nachhaltigen Nutzung des Privatwaldes steht eine systematische Inventur der Privatwaldflächen. Diese umfasst neben der Darstellung der aktuellen Besitzverhältnisse auch die vorhandenen Baumbestände und daraus abgeleitete Nutzungsmöglichkeiten. Neben der klassischen Holznutzung für die entsprechenden Verwertungswege können aber auch andere gesellschaftliche Erwartungen an die Waldbewirtschaftung erfüllt werden, wie beispielsweise Beiträge zum Naturschutz durch Biotopbäume, Alt- und Totholz, aber auch touristische Aspekte wie Aussichtspunkte oder Naturdenkmäler. Um diese Optionen realisieren zu können müssen auch strukturelle Gegebenheiten, wie die Erschließung durch Holzabfuhrwege und die Möglichkeiten der Bündelung von hinreichend großen Bewirtschaftungseinheiten, für die Holzernte erfasst werden.

Bei der Bewältigung dieser Herkulesaufgabe könnte der Bezirksverband mithelfen und die Forstwirtschaftlichen Vereinigungen unterstützen. Gemeinsam könnten Vorschläge erarbeitet werden, wie insbesondere Flächen oder Bäume mit hohem Naturschutz- oder Erholungswert für die Waldbesitzer attraktiv gemacht werden können, beispielsweise durch Vertragsnaturschutz oder ähnliches. So könnte der Bezirksverband prüfen, ob es Möglichkeiten gibt, den Privatwald in bestehende Projekte einzubinden oder andere avisierte Projekte wie eine Bestandsaufnahme im Privatwald ideell und finanziell zu unterstützen. Besonders wichtig wäre ein Beitrag des Bezirksverbandes über eine entsprechende Öffentlichkeitsarbeit und eine gezielte Ansprache der Waldbesitzer die Notwendigkeit zu verdeutlichen, dass sich möglichst alle Privatwaldbesitzer bereits vorhandenen Strukturen wie Waldbauvereinen anschließen bzw. neue Strukturen gegründet werden, gerade auch um die Verknüpfung der verschiedenen Waldfunktionen zu fördern. Nicht zuletzt könnte der Bezirksverband hinsichtlich der Sensibilisierung für die Verwendung regionaler Holzprodukte bei den Verbrauchern verstärkt werben.

Es ist aus Sicht einer nachhaltigen Regionalentwicklung unverantwortlich, die zukünftige Entwicklung des Privatwaldes weiterhin der Beliebigkeit und Zufälligkeit zu überlassen. In diesem Sinne ist der Bezirksverband als Träger des Biosphärenreservats Pfälzerwald ganz besonders gefordert, Aufklärungsarbeit für eine naturnahe und naturschonende Waldnutzung zu betreiben und einer modernen Privatwaldbewirtschaftung den Weg zu bereiten. Dabei geht es nicht nur um das Durchforsten von seit Jahrzehnten ungepflegten Beständen, sondern auch um die Herstellung einer  möglichst naturnahen Baumartenzusammensetzung mit entsprechenden Mischungsverhältnissen. Dies ist nicht nur ein sinnvoller Beitrag zum Natur- und Artenschutz, sondern spart letztendlich auch den Privatwaldbesitzern enorme Verluste durch Schädlingsbefall oder Windbruch, bei gleichzeitiger Wertschöpfung durch die Holzmobilisierung.

Brigitte Freihold, DIE LINKE im Bezirkstag Pfalz